the kleinfriesen observatory 48 story
(a dream from australia)

(the only by my very dear wife at all was to be payable)

...der nur durch meine sehr liebe Frau
ueberhaupt erfuellbar wurde - D AN K E -

last update on 2015, July 16

 

key words:

Planung: ab Fruehjahr 2006 bis Mai 2007 (und meine dadurch fast in den Wahnsinn getriebene Frau)
***zum Glueck ist es eine liebe und verstaendnisvolle Frau! (MEIN MAUSBAERCHEN)*** :-)

Observatoriums Gruendung: 4.August 2007 (Aufbau)
Fertigstellung: 16.09.2007 (endgueltige Teleskop Montage)

 

full story in detail:      the construction images

Angefangen hat alles, als mein System (GSO 10inch F/5 Newton auf EQ6 und Notebook / Monitor/
Webcam) eigentlich zu groß wurde, um es staendig auf und wieder abzubauen. Im Fruehjahr
2006 begann ich, nach der Erlaubnis meiner Frau, ueber ein festes "Gebaeude" fuer unser
Fernrohr nachzudenken.
Ca. 20 Entwuerfe hatte ich alleine, bzw. durch meine Frau, dann so entwickelt. Anfangs ging
ich von der Moeglichkeit aus, mit einer Rolldachhuette dies zu erledigen. Was dagegen sprach,
war eine Konstruktion aus Holz und damit alle paar Jahre doch hier und da etwas zu reparieren,
oder zu streichen. Ein gemauertes Gebaeude schien mir die einzige Loesung zu sein. So entwickelte
ich viele Zeichnungen, dank meiner Frau auch mit IDEAS-CAD. Als wir uns entschieden hatten,
kontaktierten wir die Firma Weiss aus Plauen, uns ein Angebot zu machen. Nach einigen
folgenden "Ueberlegungen" konnten wir uns dann doch einigen. Zu diesem Zeitpunkt etwa
(Maerz 2007 mittlerweile), ging ich bei uns um die Ecke ins Einkaufscenter "Kaufland"
und schaute aus reinem Interesse bei den Zeitungen in die neue "Astronomie Heute"
(Ausgabe April 4/2007). Dort sah ich eine Anzeige der Firma APM-Telekopes ueber ein
Observatorium aus Australien, auf Seite "13" - "Sirius Observatories". :-)
Einige Gedanken meinerseits, Erkenntnisse die ich aus Internet Foren darueber las,
ließen keine Zweifel offen, daß war die LOESUNG!!! Da meine Frau ohne zu zoegern
einverstanden war, wurde zwecks Geld, mit der Sparkasse in Plauen darueber verhandelt.
Letztlich nahm ich also einen Kredit(am 14.Mai 2007 bewilligt) auf und bestellte die Sternwarte
bei APM Teleskopes in Rehlingen bei Hr.Ludes. Nach ca. 4 Wochen Wartezeit und einer
Vorab Zahlung kam endlich die Sternwarte aus dem Lager in Suedfrankreich zu uns.
Lieferung der Sternwarte war der 06.06.2007 ca. 11:00Uhr, eingelagert wurde sie in die Garage!
In der Zwischenzeit wurde gleichzeitig auf unserer Garage das Dach gedeckt und die Grundplatte
ueber die Firma Weis fuer die Sternwarte errichtet. 80cm Frostschutz und eine ca. 28cm dicke
Betonplatte wurden dafuer verwendet.(laut Bauauftrag waren 25cm gefordert)
Während dieser Bauphase wurde die Stromzufuhr mit einem Erdkabel 3x1,5mm realisiert. Das Ende,
welches in der Sternwarte mündet, wurde dort in der Mitte der Betonplatten Gründung (Frostschutz)
fixiert. Dieses wurde durch die Firma Weis, auf mein Bitten, genau mittig in die Betonplatte gegossen.
Das Kabel blieb erstmal provisorisch am Rand der Betonplatte, vor Witterungseinfluessen geschuetzt,
liegen. Am 17.06.2007 wurde dieses extra in flexibles Panzerrohr gezogen und in 30cm Tiefe in
einem Sandbett zwischen Garage und Sternwarte verlegt. Das "Ausgasen" der Betonplatte dauerte
ca.6 Wochen. Irrtuemlicherweise begann ich aber nach der 4.Woche (es regnete in dieser Zeit
mehrmals pro Woche) Grundierung und Betonfarbe aufzutragen. Leider war dies zu frueh geschehen
und die Farbe loeste sich bereits nach 2 Tagen in Form von Blasen wieder ab. Also wurde die Betonplatte
in ca. 2,5 Std. Handarbeit abgeschliffen (am 24.06.2007). Zusaetzlich wurde eine
behaelfsmaesige Ueberdachung aus Holz und Plane errichtet damit der Regen nicht zusaetzlich
die Platte am "Auslueften" hinderte. Ca. 2 Wochen spaeter war es dann soweit, eine nochmalige
Grundierung und mit dem Auftragen der Betonfarbe konnte begonnen werden. 4x verduentes und 3x
unverduentes auftragen mittels Handrollers brachten dann endlich mit jeweils einem Tag
Trocknungszeit den Erfolg! Bei all diesen Muehen war der Nachbarkater "Findus" staendig in
der Quere, vor allem beim auftragen der Farbe! :-)
Die Farbe zeigte jetzt keine Blasen (bis zum heutigen Tage) mehr! Waehrend dieser Zeit wurde
Ende Juli die Sternwarte, unter der Woche nach der Arbeit, Stueck fuer Stueck zusammengesetzt
Dies war sehr leicht und es gab außer der in Frankreich gefertigten Belueftungsoeffnung in der Kuppel
absolut gar keine Probleme, dazu spaeter naeheres. Als naechstes wurde der Unterbau provisorisch
auf die Betonplatte gesetzt und zum Schutz vor Regen/Wind eine Plane wie ein Zeltdach
darueber gespannt. Dann wurde Anfang August die Kuppel, welche bis dahin zerlegt noch
in der Garage lag, zusammengesetzt - absolut leicht von JEDEM zu montieren!!!
Weiter wurde in der Zwischenzeit die Fernrohrsaeule, und der Montierungsflansch
mit Hammerit Farbe matt schwarz mehrmals gespritzt und einer Trockenzeit von
ca. 3 Wochen unterzogen. Ausserdem wurde die Saeule im Vorfeld
mittels 2 Kompassen und einer Holzwasserwaage eingerichtet. Dabei mußte unbedingt
auf absolute Genauigkeit bei Anreiss- und Bohrarbeiten geachtet werden.
Eine zu grosse Abweichung der Nord- Suedausrichtung der Saeule wuerde sich spaeter
an der Nachfuehrung des Teleskopes bemerkbar machen. Eine Vorgabe von mir selbst
war eine maximale Abweichung von unter 1°!!! Diese Abweichung kann an der EQ6
später dann mit Schrauben korrigiert werden. Als Kompass wurde ein mechanischer
und ein elektronischer verwendet. Beide mussten ca. 1,2m entfernt von der Saeule
zur Messung nach Norden/Sueden eingerichtet werden, da die Saeule durch Ihr Eisen
diese sonst beeinflusst haette. (wie Messungen vorher zeigten!). Genug dieser Ausfuehrung,
die Saeule wurde sehr genau gebohrt, so dass die Objekte auch nach ca.30min OHNE
Korrektur in der Mitte des Teleskopes auch mit 200x facher Vergroesserung stehen!
Am 4.August 2007 war es dann soweit, das Observatorium wurde fest aufgebaut.
Was ich noch von einem Sternfreund (Torsten Grossmann) mir abschaute, ist eine
Vibrationsmatte für Waschmaschinen (aus dem Baumarkt) unter die Fernrohrsauele anzu-
fertigen. Diese gleicht Unebenheiten in der Betonplatte aus und es werden etwaige
"Schwingungen" über den Fussboden auf das Fernrohr ausgeglichen!
Zuerst wurde die Fernrohrsaeule (ca.115 KG) mittels Sackkarre und einer Rampe aus Holz
auf die Betonplatte "gehievt". Nach der Nord-Suedausrichtung und dem einfaedeln
der Stromzufuhr (ist genau unter der Saeule), wurde also jetzt so genau wie moeglich
auf der Betonplatte die Bohrungen angezeichnet. Danach wurde die Saeule auf der Platte
daneben abgestellt. Mit einem 5mm SDS Bohrer wurden unter staendiger Wasserkühlung die
8 Bohrloecher vorgebohrt. Mit einem 20mm SDS Bohrer wurde nun versucht, senkrecht fuer
die Saeulenfixanker (M16) die endgueltigen Loecher zusetzen. Wie sich nach erfolgter
Reinigung und Installation der Fixanker zeigte, standen diverse Bolzen leicht schraeg in
den Bohrungen. Mit einem 5Kg Bello und einer vorher aufgeschraubten M16 Mutter,
war es aber kein Problem diese gerade auszurichten!
Nach der nun erfolgten Installation der Fernrohrsaeule /Stromanschluss, wurde der
Unterbau der Sternwarte auf der Betonplatte ausgerichtet und zum bohren angezeichnet.
Danach wurde zwecks dem bohren der Unterbau wieder von der Betonplatte und ueber die
Saeule gehoben. Die angezeichneten Loecher wurden wieder mit 5mm SDS und Wasserkuehlung
vorbereitet und dann mit 10mm SDS nachgebohrt, um spaeter die M13 Verschraubungen fuer
den Unterbau einzusetzen.
Danach wurde die Betonplatte ebenfalls nochmals gereinigt, bevor es jetzt nun endlich
mit dem aufstellen der fertigen Sternwarte losgehen konnte. Die Duebel wurden jetzt noch installiert.
Danach wurde der Unterbau wieder über die Fernrohrsaeule gehoben und auf die Bohrungen entsprechend gesetzt.
Vorher trug ich zwischen den Bohrungen noch Silikon auf die Betonplatte, um eine Abdichtung
zwischen Betonplatte und Unterbau zu gewaehrleisten. (Was sich bis jetzt als richtig erwiesen
hat!). Jetzt wurden die M13 Schrauben gesetzt und somit der Unterbau unverrueckbar mit der
Betonplatte verbunden. Weiter ging es mit dem Fetten des Kuppelumlaufes auf der Oberseite
des Unterbaus. (hier sollte man nicht mit dem Fett SPAREN!!!) Nach dieser Arbeit
wurde als letztes die Kuppel aufgesetzt. Diese wurde mit 4 Mann (zwei Nachbarn, meinem Vater
und meinem Sohn) ohne Probleme installiert. Was hier mit erwaehnt werden sollte, die Unterbau-
Seitenwand-Verschraubungen waren noch nicht voll angezogen und wurden erst nach mehrmaligen
drehen der Kuppel endgueltig festgeschraubt!!! So konnte sich das gesamte Gebaeude noch setzen.
Am 07.08.2007 wurde das Teleskop mechanisch in der Sternwarte zu Testzwecken eingebaut.
Am 13.08.2007 wurden noch Aussen alle senkrechten und waagerechten Schlitze (Seitenwaende) mit
Silikon abgedichtet. Am 15./ 16.08.2007 wurde die Elektroinstallation im Observatorium
durchgefuehrt.
Dabei wurden zwei schaltbare 5x Steckdosen in Reihe jeweils eine an der Montierungssaeule und
eine an der Nordwand der Sternwarteninnenseite installiert. Die an der Saeule dient der
Stromversorgung von Montierung und diversen Lueftern. Zum einen dem Haupspiegelluefter,
zum anderen einem Zeitschaltuhr gesteuerten Luefter, welcher in der westlichen
Sternwarteninnenwand zum Einsatz kommt. Letzterer dient dem vorbeugen von Schwitzwasser durch
Rotationsverwirbelung im inneren der Sternwarte. - sehr effektiv! Die verwirbelte Luft wird
ueber einem am Kuppelspalt eingebauten Solar/Batterie Luefter nach aussen transportiert!
Diese Massnahme wurde notwendig, da sich in den ersten Tagen staendig von der durch die
Nacht abgekuehlten Betonplatte immer an der Montierungssaeule Schwitzwasser nach Sonnen-
aufgang bildete.
Die andere Steckdosenleiste wurde ueber einen Fussbodenkanal an der Innenwandung der Nord-
seite installiert und dient zur Speisung von Rechnern, bzw. LED Sternwartenbeleuchtung.
Am 18.08.2007 wurde ein von MAN ausgemusterter Server als Sternwarten-Rechner
eingebaut. Leider konnte dieser nicht lange samt dem 15" Monitor in der Sternwarte eingebaut
bleiben, da durch die Kaelte mir in kurzer Zeit das Netzteil am PC, sowie der Monitor
ausgefallen war - so eine Sch... :-( Also darf ich mit Notebook jede Sternennacht ins Observatorium
"tingeln" und Webcam usw. dann verkabeln. Das ist aber auch der einzige Nachteil, der mir bis
jetzt auffaellt. Der PC wird im Haus als Bildbearbeitungsrechner verwendet. Wie das bei anderen
Sternfreunden funktioniert, ist mir ein Rätsel. Habe mir deswegen schon einige Sternwarten
angesehen, niemand hatte seinen PC besonders isoliert??? :-o Aber vielleicht faellt mir ja
diesbezueglich noch etwas ein, oder jemand liest dieses hier und gibt mir einen Hinweis?!:-)
Vom 19. bis zum 27.08.2007 wurde sich um den Aussenbereich der Sternwarte gekuemmert.
Als Frostschutz Bewaehrung wurden Pflanzsteine mit Nirosta Stahlverankerungen gewaehlt.
Die Verankerungen sind noetig, um auch nach einem strengen Winter und dem folgendem
Auftauen ein "Abrutschen" des Frostschutzes zu verhindern! (Frostschutz wurde ja sehr
hoch aufgeschuettet/verdichtet, um im Winter keinen Schnee von einem Hang an der Sternwarte
anliegen zu haben.) Weiter wurde eine aus 3 Betonstufen bestehende Treppe gebaut.
Bei diesen Taetigkeiten war auch wieder der Nachbarkater "Findus" sehr bei mir aktiv. :-)
Der Aushub wurde uebrigens bei unserer Nachbarin "entsorgt", diese wollten ihn zum
auffuellen Ihrer Grundstuecke nutzen, was mir sehr entgegen kam.
Am 16.09.2007 wurde das Teleskop nochmal abgebaut, da in die Montierungssaeule noch Sand
gefuellt werden sollte und das Fernrohr sowieso am Hauptspiegel gereinigt werden musste.
Der Sand wurde zwecks nochmaliger staerkerer Stabilisierung der gesamten Montisaeule
eingefuellt. Auch ohne Sand war die Saeule aber auch schon sehr SCHWINGUNGSARM!!!
Tests, in Form von herumspringen meiner Frau, nach dem befuellen ergaben, waehrend ich bei
140x beobachtete, dass so gut wie gar nichts mehr schwingt! :-)
Als Gluecksbringer wurde eine 10 islaendische Kronenmuenze oben auf dem Sand in die
Saeule gelegt. Im weiteren wurde noch ein Thermometer mit Funk Aussensensor installiert.

Mit diesen letzten grossen Aktionen darf der 16.09.2007 als der offizielle Start des
kleinfriesen observatory 48 (kfo48)
angesehen werden!

Zu guterletzt: Mit APM Teleskopes war es eine gute Zusammenarbeit, Hr.Ludes hat sich
stets bemueht, zwischen Frankreich und mir zu vermitteln!
Danke hier noch einmal!

Kleine Maengel:

Eine Abdichtung aller Schraubverbindungen (Kuppelspalt) mittels
zugekaufter Gummi U-Scheiben war ebenfalls noch notwendig, dies
soll jedoch nicht als Kritik gesehen werden. Ansonsten wuerde in
die Kuppel innen Wasser in Form von Tropfen eindringen.
Dieser Umstand soll hier nur als Verbesserung mit erwaehnt werden.

Allerdings muss negativ das franzoessische Auslieferungslager(Gallileo) erwaehnt werden:
Grund dafuer ist die sehr schlechte Einbindung der oben erwaehnten Belueftungsoeffnung im
Kuppelspalt. Wenn man bedenkt das dafuer extra 560,-€ faellig waren und ich in EIGENLEISTUNG
einen Umbau machen "durfte", damit sich ueberhaupt mein Kuppelspalt oeffnen lies!!!
Was mir allerdings angeboten wurde, sollte ich es nicht hinbekommen mit dem Umbau, dass
der Kuppelspalt nach Südfrankreich zurück geschickt und dort umgebaut werden sollte.
Da aber mein Teleskop schon fertig in der Sternwarte eingebaut war, und ich keine
Moeglichkeit sah, den Spalt vernuenftig abzudichten, musste ich den Umbau eben selbst
durchfuehren. :-(

Die Lehre daraus, NIEMALS einen Franzosen einen Sternwarten Kuppelspalt anfassen lassen!

 

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(c) R.Sehling